Ein Gastbeitrag von Bianca Katzmarzik

  • Zeig, was du drauf hast…
  • Mach deine Stelle klar!

Bewirb dich – und zwar richtig!

Das ist es, was Bianca Katzmarzik Jugendlichen zurufen will: „Mach deine Stelle klar, Arbeitgeber werben heutzutage intensiv um Auszubildende; die Chancen waren lange nicht so günstig wie aktuell, um den passenden Ausbildungsplatz zu bekommen.“

Der erste Eindruck zählt, die Bewerbung ist die Eintrittskarte in den Betrieb – das weiß Bianca Katzmarzik aus Erfahrung: „Eine Bewerbung ist immer etwas Individuelles. Und es kommt dabei auch auf den persönlichen Geschmack und die Stelle an. Aber es gibt ein paar Grundregeln, die man einhalten sollte“ sagt die Berufsberaterin. Also gibt sie hier ein paar Tipps:

Mit den Bewerbungsunterlagen machen die Jugendlichen Werbung in eigenerSache. Daher müssen die Unterlagen, vor allem das Anschreiben, individuell gestaltet sein. Allgemein gilt: Die Unterlagen sollten fehlerfrei sein, keine Knicke, oder Flecken haben, Korrekturlesen gehört auch dazu, betont Bianca Katzmarzik. „Bewerben bedeutet, dem Anderen zu klar zu machen, wer man ist und was man will. Wer seine eigenen Stärken gut kennt, kann diese vermarkten, damit kann man „punkten“ im Bewerbungsschreiben und im Vorstellungsgespräch.“

Eine schriftliche Bewerbung – wie denn nun genau?

Bewerbungsmappe

Wichtig ist die richtige Zusammenstellung der Bewerbungsmappe. Diese enthält in der Regel ein Anschreiben, Deckblatt (kein Muss), Lebenslauf, Foto und Anlagen wie Zeugnisse, Bescheinigungen von Praktika oder Kursen.

Alles, außer dem Anschreiben, kommt zusammen in eine Bewerbungsmappe, das Anschreiben obendrauf.

Bei Bewerbungen über eine Firmenhomepage ist die gleiche Sorgfalt und Genauigkeit in der Auswahl der Anlagen und Angaben notwendig.    

Anschreiben

Das Bewerbungsanschreiben soll personalverantwortliche Entscheider neugierig machen und mit wenigen Worten davon überzeugen, dass man genau die richtige Besetzung für die Stelle ist. Also à das Anschreiben soll gut formuliert sein und bloß kein allgemeines Standardanschreiben! Steht z.B. in der Stellenanzeige kein Ansprechpartner für die Bewerbung, kann man direkt im Unternehmen anrufen und sich erkundigen. Auch sollte kurz erwähnt werden, was man schon über den Betrieb oder den Ausbildungsberuf weiß. Aber bitte: Fakten aus dem Lebenslauf oder aus Zeugnissen nicht wiederholen! Es tut gut, sich beim Erstellen der Bewerbung immer wieder mal zu fragen: Versteht jeder, der das hier liest, warum gerade ich diese Ausbildungsstelle bekommen sollte?

Angesagt ist, ehrlich zu beschreiben, warum man die Ausbildung absolvieren will, welche Interessen und Kenntnisse man hat und eventuell welche praktischen Erfahrungen man schon gemacht hat. Auch, was man sich zutraut und dass man sich auf die Ausbildung freut, soll klar herauskommen.

Lebenslauf

Der persönliche Werdegang soll chronologisch formuliert werden und Informationen zur Person, Schulbildung, besonderen Kenntnissen, praktischen Erfahrungen, Interessen sowie eine Unterschrift enthalten. Bereits vorhandene Schulabschlüsse werden unbedingt angegeben. Bei absolvierten Praktika wird nicht nur der Praktikumsbetrieb genannt sondern auch der Bereich, in welchem gearbeitet wurde.

Ein gutes Foto

Schon die ersten Sekunden entscheiden oft über Sympathie oder nicht. Arbeitgeber erwarten im Normalfall ein beim Fotografen professionell erstelltes Bewerbungsbild.

Ausgedruckte Fotos sollten nur bei einem sehr guten Drucker verwendet werden.

Ganz wichtig: Mit einem Lächeln gewinnt man Sympathie.

Das Vorstellungsgespräch steht an –  kann ich mich überhaupt vorbereiten?

„Ja. Klar! Mit guter Vorbereitung geht das“ sagt Berufsberaterin Bianca Katzmarzik. „Sich vorher Fragen zu überlegen, die ein Ausbildungsbetrieb stellen könnte, ist oft nicht leicht für Jugendliche, die das erste Mal ein Vorstellungsgespräch durchlaufen.

 

Gerne helfe ich (und meine Kollegen natürlich auch) hier weiter; in einem Bera-tungsgespräch können Jugendliche sich gemeinsam mit dem/r Berufsberater/in auf diese Situation vorbereiten.“

Wichtig ist es auch, sich vorab Informationen über den Ausbildungsbetrieb einzuholen, hier hilft oft die Homepage der Firma oder auch ein Blick in die gängigen Portale der Arbeitsagentur für Jugendliche, um Auskünfte für die Ausbildung zu erhalten. Gute anschauliche Informationen liefern beispielsweise:

Und damit ist Vorstellungsgespräch zu rechnen:

  • Bitte schildern Sie kurz Ihren Lebenslauf
  • Was wissen Sie über die Ausbildung?
  • Was wissen Sie über den Beruf?
  • Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?
  • Welche Voraussetzungen und Fähigkeiten bringen Sie für diesen Beruf mit?
  • Haben Sie noch einen anderen Berufswunsch?
  • Was sagen Ihre Eltern zu Ihrem Berufswunsch?
  • Welches sind Ihre Lieblingsfächer in der Schule?
  • Sind Sie mit Ihren Schulnoten zufrieden?
  • Welche Praktika haben Sie schon gemacht?
  • Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?
  • Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
  • Haben Sie zum Abschluss noch Fragen?

Und das sind Fragen an den Arbeitgeber, die Jugendliche parat haben sollten:

  • Wie wird meine Ausbildung konkret aussehen?
  • Welche Abteilungen lerne ich während der Ausbildung kennen?
  • Gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten nach der Ausbildung?
  • Wie viele Auszubildende hat das Unternehmen?
  • Wann beginnt die Ausbildung?
  • Wo findet der Berufsschulunterricht statt?
  • Wie sind die Chancen, nach der Ausbildung in eine feste Anstellung übernommen zu werden?
  • Wie sind die Arbeitszeiten geregelt?

Bianca Katzmarzik betont: „Je eher und sorgfältiger Jugendliche sich die Fragen und Antworten überlegen, umso überzeugender können sie sich darstellen und ihre Stärken betonen. Jugendliche werben für sich selbst, wenn sie erkennen lassen, dass sie sich ihre Berufswahl und Bewerbung für diese Ausbildungsstelle gut überlegt haben.“

Wenn Soziale Kompetenzen gefragt sind…

Von Soft Skills ist oft die Rede, „Personaler“ achten sehr darauf. Soft Skills sind soziale Kompetenzen, die mit der Persönlichkeit des Bewerbers zu tun haben und  über die fachlichen Kenntnisse hinausgehen. Personalverantwortlichen ist es wichtig, durch teamfähige und aufgeschlossene Mitarbeiter ein gutes Arbeitsklima zu schaffen.

Beispiele sind Lernbereitschaft, Offenheit, Interesse und Motivation, Gewissen-haftigkeit, Verantwortung, Zuverlässigkeit, Problemlösefähigkeit und soziales Verständnis. Auch Pünktlichkeit gehört dazu; das sollte eigentlich jedem klar sein,  denn nichts kommt beim ersten Termin schlechter an, als zu spät zu erscheinen. Da hilft es auch nichts, wenn man sagt, dass der Bus ausgefallen ist. Leider kommt es immer wieder vor, dass Jugendliche ihre Chance  wegen dieses Fehlers vertun.

Für Bianca Katzmarzik ist klar:

„Gute Bewerbung = gute Chancen! Eine gute durchdachte Bewerbung lässt Personalentscheider aufmerksam werden und führt oft zum erwünschten Ausbildungsvertrag. Kein Jugendlicher muss sich seine Chancen verbauen, nur weil seine Bewerbung nicht stimmig ist oder weil er sich nicht auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet hat. Die Berufsberatung hat für Fragen in diesem Kontext immer ein offenes Ohr.“

Kontakt
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